Dr. Schiwago, die Familie Determann und ihre Kappler Villa

Kappler Persönlichkeiten-

 

Dr. Schiwago, die Familie Determann und ihre Kappler Villa

Der aufmerksame Besucher des Kappler Friedhofs kann auf einem Grabstein im oberen Teil des alten Friedhofs den Namen Givago lesen. Hierbei handelt es sich um die französische Transkription des russischen Familiennamens Живаго (Schiwago nach deutscher Umschrift). Mit dem Buchstaben ‘g’ im Anlaut soll die stimmhafte Variante des ‘sch’ ausgedrückt werden. Gebräuchlich ist auch die internationale Umschrift des Namens. Sie lautet Zhivago. Die meisten von uns kennen den Film Dr. Schiwago und einige sicherlich auch den gleichnamigen Roman von Boris Pasternak, der den Stoff für die Verfilmung lieferte. Was hat aber der Held des Romanes, Dr. Schiwago,  gemein mit Leonilla Determann, geb. Givago, wie auf dem Grabstein des Familiengrabs Determann zu lesen ist?(Bild 1)

Der Schriftsteller Boris Pasternak und die Familie Schiwago

 Nach jetzigem Forschungsstand ist der Romanautor Boris Pasternak dem Arzt, Ägyptologen, Kunstliebhaber, Photographen und Weltreisenden Dr. Aleksandr Schiwago bereits vor dem 1. Weltkrieg mehrfach in Moskau begegnet .

(Bild 2). Aleksandr war der Bruder von Leonilla Determann geb. Schiwago. In der Familie gab es noch vier weitere Brüder und zwei weitere Schwestern. Der Roman “Dr. Schiwago” erschien jedoch erst 1956 in Italien, 16 Jahre nach dem Tod von Aleksandr Schiwago. Aus politischen Gründen durfte das Hauptwerk Pasternaks nicht in der damaligen Sowjetunion erscheinen. 1958 wurde Pasternak für diesen Roman der Nobelpreis für Literatur verliehen. Erst 1988, gegen Ende der kommunistischen Herrschaft, war der Roman auch den Lesern in der Sowjetunion zugänglich.  Der Name Schiwago war im vorrevolutionären Russland, insbesondere in Moskau, weit bekannt. Die Eltern von Leonilla und Aleksandr Schiwago waren sehr reiche Kaufleute in Moskau, denen u.a. inmitten des Moskauer Zentrums ein großes Gebäudeareal von 1,83 Hektar gehörte. Realistisch und anschaulich beschreibt Pasternak in seinem Roman den Reichtum der Schiwagos gleich auf den ersten Seiten: “Es gab die Bank Schiwago, das Immobilienbüro Schiwago, das Verfahren Schiwago, mit Hilfe dessen man Krawattenknoten durch Nadeln befestigte, und sogar eine Sorte von runden Kuchen, der man den Namen Schiwago gegeben hatte. Damals brauchte man einem Moskauer Kutscher nur zuzurufen ‘Zu Schiwago’, und der Schlitten entführte einen ans Ende der Welt in ein verzaubertes Königreich”. Wie Dr. Jurij Schiwago in Pasternaks Roman war auch Dr. Aleksandr Schiwago ein Intellektueller. Damit und mit der Beschreibung des gehobenen Wohlstands der Schiwagos, die für Pasternak eine reiche russische Familie verkörperten, enden jedoch die Gemeinsamkeiten mit der Romangestalt des Dr. Schiwago und seiner Familie. Würde Pasternak seinen Roman in der heutigen Zeit schreiben, erhielte der Hauptheld seines Werkes möglicherweise den Namen einer der russischen Oligarchenfamilien.

Leonilla Schiwago trifft in St. Blasien auf Hermann Determann

 Der 1865 in Nortrup/Hannover geborene Hermann Determann kam nach dem Studium der Medizin in Freiburg und Verwendungen als Assistenzarzt 1892 als leitender Arzt an das Hotel und Kurhaus St. Blasien mit einer Reihe von Nebengebäuden. Das Kurhaus wurde zugleich als Sanatorium geführt. Determann spezialisierte sich als Internist auf physikalisch-diätetische Therapie und Neurologie. Zum Zeitpunkt des Arbeitsbeginns in St. Blasien hatte sich das vom Kaiserstühler Hotelier Otto Hüglin 1883 eröffnete Hotel und Kurhaus bereits in Europa und darüber hinaus einen guten Ruf erworben. Mit dem regelmäßigen Aufenthalt des badischen Großherzogpaares seit 1892 in dieser Einrichtung, beständigen Neuinvestitionen und der offensichtlich überzeugenden Fachkompetenz von Determann stieg das Hotel und Kurhaus zum Luxusbadeort von Weltruf auf. Hier versammelte sich insbesondere in den Sommermonaten der Blut- und Geldadel aus aller Welt. Neben Angehörigen des russischen Kaiserhauses kamen auch reiche Amerikaner, wie der spätere US-Präsident F. D. Roosevelt und natürlich reiche bürgerliche Russen. Und selbst Adenauer weilte 1917 als Kölner Oberbürgermeister in St. Blasiens Kurhaus. Wie es scheint, hat hier Determann gleich zu Beginn seiner Tätigkeit seine Frau Leonilla kennengelernt, als sie zur Erholung in St. Blasien weilte. Bald darauf muss die Hochzeit erfolgt sein. Das Geheimnis des Erfolgs für Hüglins Hotel und Kurhaus St. Blasien ruhte in seiner Konzeption als Hotel und gehobenes Sanatorium mit erstklassiger Luxusausstattung, gepaart mit urwüchsiger Waldlandschaft, gesunder Luft und gemäßigtem Klima. Determann war mit dem Arzt und Balneologen Josef Schwoerer befreundet, dessen Bruder ab 1897 Oberamtsrichter in St. Blasien war. Josef Schwoerer heiratete zu dieser Zeit in St. Blasien die Schwester von Determanns Frau, Elisaweta. Eine weitere Schwester, Marija, heiratete den Kaufmann Franz Busch. Josef Schwoerer wurde 1901 Leitender Kurarzt in Badenweiler und besaß das besondere Vertrauen des badischen Großherzogpaares, das hier alljährlich zur Kur weilte. Die Töchter der großbürgerlichen Familien Russlands waren damals in der großbürgerlichen Gesellschaft Deutschlands als Heiratskandidatinnen sehr beliebt. Sie waren umfassend gebildet, sprachen mehrere europäische Sprachen und brachten eine ansehnliche Mitgift in die Ehe. In der Zeit bis zum 1. Weltkrieg kamen die Brüder der Schiwago-Schwestern mit ihren Familien alljährlich im Sommer nach Badenweiler und St. Blasien zur Kur. Im Winter reisten dann die deutschen Schwäger mit ihren Familien per Eisenbahn nach Moskau. Während die Frauen die künstlerisch erstklassigen Vorstellungen der Moskauer Theater und Opern besuchten, vergnügten sich ihre Männer bei der Bärenjagd. 1906/1907 weilte Dr. Aleksandr Schiwago im Zuge seiner Weltreisen in Deutschland bei seinen Schwägern und Schwestern und machte mit seiner Stereokamera auch hier einige Fotos, darunter von den Ehepaaren Determann und Schwörer.

(Bild 3). Insgesamt sind heute noch 6000 seiner Fotografien im Moskauer Puschkin-Museum erhalten.

2010 wurden die Verbindungen der Schiwagos nach Südbaden einer breiteren Öffentlichkeit in unserer Region bekannt. Die Badische Zeitung berichtete über eine Versteigerung in Sulzburg, bei der wertvolle russische Kunstgegenstände aus dem Badenweiler Haushalt von Josef und Elisaweta Schwoerer geb. Schiwago im Angebot waren. Die Antiquitäten waren Teil von Elisawetas Aussteuer und gelangten über eine Freiburger Industriellenfamilie an das Versteigerungshaus.

Beruflicher und gesellschaftlicher Aufstieg Determanns

Mehrfach kurt das großherzogliche Ehepaar von Luxemburg unter Determanns medizinischer Betreuung in St. Blasien. Offenbar mit Erfolg. Denn Determann wird zum luxemburgischen Hofrat ernannt. 1895 wird Determann mit dem badischen Orden vom Zähringer Löwen ausgezeichnet. 1904 erfolgt an der Freiburger Universität die Habilitation für Innere Medizin und 1910 wird er zum außerordentlichen Professor an der Universität Freiburg ernannt. Zwischenzeitlich bezieht er 1907/08 eine neu erbaute Villa in der Wintererstr. 21 in Freiburg-Herdern.

(Bild 4). Diesen Wohnsitz hält er bis 1920 bei und zieht dann nach St. Blasien. Von dort aus lehrt er bis 1925 weiter an der Universität Freiburg und hält Vorlesungen aus den Fachgebieten der Balneologie, Physikalischen Therapie, Ernährungskunde und Diätetik. Ein Teil seiner Veröffentlichungen ist heute noch aktuell. So das 1914 erschienene Werk “Die vegetarische und fleischarme Ernährung”. Viele internationale Gäste blieben nach Ende des 1. Weltkrieges in St. Blasien aus. Dies hatte zum einen ökonomische Gründe. Zum anderen war das relativ abgeschiedene Städtchen ohne Eisenbahnanschluss für die finanzkräftigen Gesellschaftsschichten einfach nicht mehr en vogue. Daher verkaufte Hüglin das Hotel und Kurhaus. Einen Teil der ebenfalls luxuriösen Nebengebäude kaufte das Sanatorium. St. Blasien erlebte nunmehr mit seinem Sanatorium unter der Leitung des Lungenfacharztes Adolf Bacmeister einen ungeheuren Aufschwung als Lungenheilstätte und -Kurort.  Der Behandlung konnten sich nun auch breitere Gesellschaftsschichten unterziehen. Nach Verkauf der Determann-Villa in St. Blasien an das Sanatorium erfolgt 1925 Determanns Umzug nach Wiesbaden. Dort leitet er das luxuriöse “Sanatorium Determann für Innere und Nervenkrankheiten” in der Paulinenstraße bis in die Mitte der 1930er Jahre. Die Erinnerung an Otto Hüglin und Hermann Determann, die als Investor und versierter Facharzt wesentlich zum Aufblühen des Kurortes beigetragen haben, hält die Stadt St. Blasien bis heute wach. Hüglin ernannte man zum Ehrenbürger und nach Determann wurde eine Straße im Stadtzentrum benannt. Unzweifelhaft kommt Determann und Hüglin durch ihr erfolgreiches Wirken an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert das Verdienst zu, den Schwarzwald als Ferienregion national und international bekannt gemacht zu haben.

(Bild 5).

Zurruhesetzung in Kappel

 Zu Beginn der 1930er Jahre kaufte der 1865 geborene Determann den Peterhof in Kappel (Bild 6) mit der Absicht, auf dem Gelände des Hofes seinen Altersruhesitz zu errichten. Der Name Peterhof wird Frau Determann an den gleichnamigen Zarenpalast vor den Toren St. Petersburgs, den man auch ‘russisches Versailles’ nannte, erinnert haben. Einen Steinwurf vom Kappler Peterhof wurde dann 1935 das noch heute bei Weitem repräsentativste Wohnhaus in Kappel bezugsfertig.  Eine Villa, wie auch die früheren Häuser der Familie Determann.

(Bild 7). Der Bau der Villa verschaffte einer Reihe von Kapplern für eine gewisse Zeit Arbeit. Als Kappler Bürger zeigte Determann in überzeugender Weise Bürgersinn. Während des 2. Weltkriegs und in den Folgejahren verlangte er von ärmeren Kapplern für die medizinische Behandlung kein Geld. Die Gemeinde Kappel lagerte ihre Grundbücher während des Krieges wegen des Bombenschutzes in das weitläufige Kellergeschoss der Villa aus. Noch heute gibt es Kappler, die zu Zeiten der Familie Determann regelmäßigen Zugang zu ihrer Villa hatten. Else Kreutz fertigte als gelernte Maßschneiderin die Bekleidung von Frau Determann an. Aus diesem Grunde durfte ihre Tochter Lydia (verh. Miedtke) Frau Kreutz begleiten. Lydia spielte in der Villa mit Christian, dem Enkelsohn der Determanns. Dabei konnte sie auch beobachten, dass Herr Determann gerne Bridge spielte. Im Besitz der aus Kappel gebürtigen Lydia Miedtke geb. Kreutz befindet sich heute ein klassisches russisches Frauengewand, bestehend aus einer bestickten, locker fallenden Leinenbluse und einem mit Folkloremustern reichlich verzierten ärmellosen, knöchellangen Trägerrock aus festem Stoff, der in Russland Sarafan genannt wird.

(Bild 8). Frau Determann schenkte das russische Nationalkostüm Lydia Miedtke. Vermutlich war es Teil ihrer Aussteuer. 1947 wandte sich Determann mit einer schriftlichen Eingabe an den Badischen Staatspräsidenten Leo Wohleb. Seinem Sohn Maximilian, der als Artillerie-Offizier soeben aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war, verwehrte die französische Besatzungsmacht den Aufenthalt in der französischen Zone, da er vor dem Krieg hier nicht gewohnt habe. In der Tat hatte Maximilian Determann als Landwirt nach dem 1. Weltkrieg in Ostpreußen zunächst das Rittergut Rogallen/poln. Rogale mit 2400 Morgen gepachtet und dann 1939 das Rittergut Klausenhof mit 1800 Morgen erworben und bewirtschaftet. (Bild 9) Dem Argument Determanns, dass er zur Bewirtschaftung des Peterhofes seinen Sohn dringend benötige, konnte der Staatspräsident folgen. Vermutlich beeinflusste seine Entscheidung auch der Hinweis Determanns, “dass sowohl ich als auch mein Sohn politisch gänzlich einwandfrei sind”. Maximilian Determann und seine Familie erhielten dann umgehend die Aufenthaltserlaubnis für Kappel. 1947 verstarb die 1870 geborene Leonilla Determann. Ihr Ehemann Hermann folgte ihr 1950 nach durch Freitod. 1951 wurde der Peterhof an eine Familie verkauft, die ihn noch heute bewohnt.

Verkauf der Villa Determann

Nach dem Tod des Determann-Sohnes Maximilian 1954 (Bild 10) stand die Villa zum Verkauf an. 1957 erwarb sie Hertha Stroomann geb. Oberholzer (Bild 11), die Witwe des an der Freiburger Medizinischen Fakultät examinierten Gerhard Stroomann. Die in der Schweiz geborene Hertha Stroomann war Absolventin eines Konservatoriums. Es ist zu vermuten, dass Determann und Gerhard Stroomann (Bild 12) in einem freundschaftlichen Verhältnis verbunden waren. Beide begegneten sich über lange Zeit immer wieder auf Kongressen. Kurz vor seinem Tode 1957 im 70. Lebensjahr erklärte Stroomann noch dem Chefredakteur der Wochenzeitung “Die Zeit”, dass er gerade in der Umgebung von Freiburg ein kleines Haus suche, um sich mit seiner Frau Hertha zur Ruhe zu setzen.  Stroomann ging 1920 als Internist an das im selben Jahr von Otto Hüglin auf der Bühlerhöhe eröffnete Kurhaus und Sanatorium und wurde dort zunächst Leitender Arzt des Kurhauses, 1929 übernahm er auch die Leitung des Sanatoriums. Das Konzept der “Bühlerhöhe” war das gleiche, wie es Hüglin bereits beim Hotel und Kurhaus St. Blasien umsetzte: luxusmäßiges Hotel und Sanatorium in schöner landschaftlicher Lage bei gesunder Luft. Die Patienten von Stroomann waren Politiker wie Stresemann, Adenauer und Schumacher sowie Manager, Künstler und Gelehrte aus Deutschland und dem Ausland. Der Markgräfler Stroomann galt nicht nur als Kapazität auf internistischem Fachgebiet und einfühlsamer Arzt, sondern war auch ein talentierter Schriftsteller und gefragter Gesprächspartner von namhaften Natur- und Geisteswissenschaftlern. Ende der 1960er Jahre verkaufte Hertha Stroomann die Villa. Seither hat sie bereits zweimal die Eigentümer gewechselt. 1972 verstarb Frau Stroomann.

 Bruno Riediger

 

Horben im November 2020

 

 

Quellen:

 (1) Adressbuch/Einwohnerbuch der Stadt Freiburg i.Brsg. 1907-1920

(2)https://www.badische-zeitung.de/zwischen-sankt-blasien-und-san-remo–182795755

(3)Anne Freyer, Die Schätze der Zhivagos.In: Badische Zeitung v. 01.12.2010

(3)Helmut Bender, Gerhard Stroomann. Leitender Arzt und Schriftsteller-Ein Kanderner auf der Bühlerhöhe. In: Das Markgflerland, H. 1, 1985

(4)Boris Pasternak, Doktor Schiwago. Roman. Frankfurt a.M., FTB, 1977

(5)Zur Geschichte der Familie Schiwago (in Russisch): https://il-ducess.livejournal.com/468055.html

(4)Zu Dr.Aleksandr Schiwago (in Russisch):https://mir-vpechatleniy.ru/puteshestviya-doktora-zhivago/

(6)Zur Beziehung zwischen den Familien Determann-Schiwago-Schwörer (in Russisch): http://www.arts-museum.ru/museum/articles/ovi_chekhov/index.php?from=department

(7)Kappel im Tal. Dorfgemeinde und Stadtteil – Eine Ortsgeschichte-. Herausgeg. von der Stadt Freiburg i.Br.,Ortsverwaltung Kappel. Freiburg 1993

(8)Charlotte Keller, Die Geschichte der Klinik St. Blasien im Wandel der Lungenheilkunde eines Jahrhunderts. Inaugural-Dissertation der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg, Freiburg 1983

(9)Landesarchiv Baden-Württemberg – Staatsarchiv Freiburg, D 180/2 Nr. 225015

(10)Landesarchiv Baden-Württemberg – Staatsarchiv Freiburg, C 5/1 Nr.1 (Bild 36-41)

(11)Mündliche Auskunft von Frau Lydia Miedtke geb. Kreutz v. 07.11.2020

(12) Sammlung Ernst Ehemann

(13) Sammlung Bruno Riediger

(14)Sammlung Josef Riediger

(15)Josef Müller-Marein, Der Arzt von der Bühlerhöhe. In: Die Zeit Nr 16, 1957. S.

(16)St. Blasien im Schwarzwald: Sommer- und Winterkurort, München ca. 1905

(17)Lebenslauf Johann Weber, 3. Aufl., 250 Seiten. Unveröffentlichtes Manuskript o.J.

Bildnachweis und -erklärungen:

Bild 1: Sammlung Bruno Riediger; Familiengrab Determann auf Kappler Friedhof, August 2020 

Bild 2: https://mir-vpechatleniy.ru/puteshestviya-doktora-zhivago/

«ПУТЕШЕСТВИЯ ДОКТОРА ЖИВАГО»Ausstellung Reisen A. Schiwago, Puschkin-Museum Moskau; Dr. A.Schiwago 1896 auf der Krim

Bild 3: https://russiainphoto.ru/photos/237323/; Photograph Dr.A.Schiwago: 1. li Leonilla Determann, 3. li Elisaweta Schwoerer, 4. li Joseph Schwoerer, 6. li  Hermann Determann, in  Badenweiler auf dem Weg zur Burg Baden 07/1907

Bild 4: Sammlung Bruno Riediger; ehemalige Villa Determann in Freiburg, Wintererstr. 21 im Okt. 2020

Bild 5: Sammlung Bruno Riediger; Anzeige aus unbekannter Zeitschrift Ende der 1890er Jahre

Bild 6: Sammlung Josef Riediger; Peterhof in Kappel Anfang 1950er Jahre

Bild 7: Sammlung Josef Riediger; Blick auf die Villa Determann vom Peterberg unmittelbar nach Fertigstellung 1935

Bild 8: Sammlung Ernst Ehemann; Sarafan von Frau Determann im Besitz von Frau Lydia Miedtke geb. Kreutz

Bild 9: https://www.wikiwand.com/de/Rogale_(D%C5%Bawierzuty); Herrenhaus von Rogallen/Rogale heute

Bild 10: Sammlung Bruno Riediger; Familiengrab Determann, Grabstein Maximilian Determann auf Kappler Friedhof, August 2020

Bild 11: Das Markgräflerland, Heft 1, 1985;Gerhard Stroomann undatiert

Bild 12: https://www.geni.com/people/Hertha-Stroomann/6000000039759351365; Herta Stroomann undatiert

 

 

 

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Manfred Reichard

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